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Netzwerk
Gesundheit und Migration

Frauen mit Migrationshintergrund sind oft aus sozialen, sprachlichen und kulturellen Gründen im Bereich der Gesundheitsversorgung benachteiligt. Geringer Bildungsstandard, tradiertes Rollenverhalten und gesellschaftliche Vorbehalte erschweren den Zugang zu Einrichtungen und Angeboten im Gesundheitswesen, gleichzeitig hemmen diese Faktoren auch ihre berufliche Integration.

Netzwerk Gesundheit und Migration Das Projekt "Netzwerk Gesundheit und Migration" wollte deshalb insbesondere das Selbstbewusstsein der teilnehmenden Frauen stärken und ihnen Entfaltungsmöglichkeiten außerhalb des häuslichen Rahmens aufzeigen. Dabei sollten speziell junge Frauen für den zukunftsweisenden Bedarf in Pflegeberufen sensibilisiert werden. Begleitend wurde ein Netzwerk von Institutionen und Personen aufgebaut, die einen kultursensiblen Umgang mit dem Thema Migration und Gesundheit anstreben.

Erster Projektbaustein war ein Sprachkurs zum Thema "Gesundheit", an dem 12 Frauen teilnahmen. Hier wurden u. a. Begriffe und Redewendungen eingeübt, die in alltäglichen Situationen - etwa beim Arzt - immer wieder angewendet werden. 10 Frauen absolvierten einen Kurs der Johanniter Unfallhilfe zum Thema "Häusliche Pflege". Speziell auf Berufsorientierung ausgerichtet war ein Mädchenprojekt, bei dem über die Berufsbilder Krankenschwester, Arzthelferin, Altenpflegerin und Krankengymnastin informiert wurde. Eine neu gegründete Sportgruppe mit 12 Frauen führt ihre Aktivitäten auch nach Projektende weiter.

Großes Interesse fanden Vorträge des Vereins Lebenshilfe e.V. zur Frühförderung von Kindern und Gespräche mit Hebammenschülerinnen über kulturelle Unterschiede beim Umgang mit Schwangerschaft und Geburt. Vorträge des Gesundheitsamtes zur gesunden Ernährung und die Vorstellung des Arbeitskreises "Kultursensible Altenhilfe", der Pro Familia und der AIDS-Hilfe Saar vervollständigten das Programm.

Fünf Teilnehmerinnen erklärten sich bereit, künftig auf Anfrage anderer Einrichtungen als Expertinnen für kulturspezifische Gesundheitsfragen zur Verfügung zu stehen. Eine Teilnehmerin konnte durch das Projekt in eine berufsvorbereitende Maßnahme, eine andere in ein Praktikum vermittelt werden.

Darüber hinaus entstand ein Netzwerk von ca. 20 Personen und Institutionen, die auch weiterhin zu diesem Thema im Austausch bleiben wollen.


Titel:
Netzwerk Gesundheit und Migration

Träger:
BARIS - Leben und Lernen e.V.
Saarstraße 25
66333 Völklingen

Fon (06898) 294014
Fax (06898) 23272
E-Mail baris-ev[at]web.de

Beteiligte:
46 Frauen, davon 12 im Alter von unter 25 Jahren und 5 im Alter von über 55 Jahren, 3 Langzeitarbeitslose

Inhalte:
Gesprächskreise und Vorträge, spezieller Sprachkurs zum Thema Gesundheit, Schulung in Häuslicher Pflege, Sportangebot, Mädchenprojekt zur Berufsorientierung, Aufbau eines Netzwerkes zum Thema Gesundheit und Migration

Laufzeit:
01. Januar 2008 - 31. Mai 2008

Fördersumme:
9.576,28 Euro

Projektnummer:
S2.185.6157.07-12577

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