
Zielgruppe des Projektes waren langzeitarbeitslose Menschen ab 18 Jahren, mit und ohne Migrationshintergrund. Die Projektgruppe sollte ein Theaterstück selbst schreiben und auf die Bühne bringen, das den sozialen Hintergrund in Völklingen und die eigene Lebenssituation der Teilnehmenden thematisiert. Das Hauptziel war dabei, über die Theaterarbeit das soziale Miteinander, die gesellschaftliche Akzeptanz und Integration der Projektteilnehmer/innen zu fördern. Das Projekt war bewusst für Männer und Frauen konzipiert: geschlechtsspezifische Charakteristika der entwickelten Spielszenen sollten herausgearbeitet werden.
Die Theatergruppe traf sich unter Anleitung einer Sprachwissenschaftlerin zweimal wöchentlich in Räumen der Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde Völklingen. Insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund (darunter viele Aussiedlerinnen) beteiligten sich engagiert und regelmäßig an der Gruppenarbeit. Einheimische und Männer waren deutlich unterrepräsentiert. Insgesamt acht Personen brachen die Mitarbeit vorzeitig ab, von den männlichen Teilnehmern machte lediglich einer kontinuierlich mit. Das machte die geplante Aufarbeitung der Gender-Perspektive schwierig.
Die hohe Motivation der teilnehmenden Frauen ließ die Projektarbeit trotzdem vorankommen: in den ersten Monaten wurde ein Theaterstück in fünf Akten erstellt. Titel: „Keine/r lebt für sich allein.“ Das Stück umfasst mit Regieanweisungen und Dialogen 39 Schreibmaschinenseiten. Es spiegelt die Lebenssituation der Teilnehmenden wider und hinterfragt kulturelle wie religiöse Normen, insbesondere Frauenrollen. Zum Schluss reichten Geduld und Einsatz der Teilnehmer/innen aber nicht mehr aus, das Stück auch bis zur Aufführung zu bringen. So wurde das Projekt einvernehmlich zum 31. März 2007 vorzeitig beendet.
Der Lernerfolg der Theaterarbeit war trotzdem beeindruckend: ein Sprachstandstest zum Abschluss der Projektarbeit ergab, dass sich die Sprach- und Ausdrucksfähigkeit der Teilnehmenden deutlich verbessert hatte. Die Reflexion der persönlichen Situation und die Entwicklung von Zukunftsperspektiven im Projekt führten u. a. dazu, dass eine Spätaussiedlerin im Anschluss eine selbstständige Tätigkeit aufnahm und eine Frau afrikanischer Herkunft eine Tutorentätigkeit beim Diakonischen Werk begann.
Titel:
Freies Theater für BürgerInnen
Träger:
Jugendmigrationsdienst Völklingen
Diakonisches Werk
an der Saar gGmbH
Gatterstr. 13
66333 Völklingen
Fon (06898) 91476-0
Fax (06898) 91476-15
E-Mail
jmd-vk[at]dwsaar.de
Beteiligte:
18 Personen,
davon 12 weiblich,
8 Jugendliche
unter 25 Jahren und
6 Langzeitarbeitslose
Inhalte:
Förderung des Spracherwerbs, Stärkung der Kommunikations-
und Ausdrucksfähigkeit, Integrationsprojekt für besonders benachteiligte
Gruppen
Laufzeit:
01. August 2006 – 31. März 2007
Fördersumme:
3.557,70 Euro
Projektnummer:
S2.185.6157.06-8252